POELZIG BAU | 2008Beschränkter Realisierungswettbewerb |
GRÜNE FASSADE FÜR CHEMNITZDer Wettbewerbsbeitrag setzt sich mit der Revitalisierung eines historisch wertvollen Industriestandortes in Chemnitz auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei das unvollendete denkmalgeschützte Gebäude des berühmten Architekten Hans Poelzig, welches durch ein respektvolles Nebeneinander mit einem Neubau erweitert und gestalterisch abgeschlossen werden soll. Stadt - Der Begriff der "perforierten Stadt" wurde für Situationen wie diese erfunden: Einerseits existieren markante großstädtische Elemente wie das Poelzig- Areal. Andererseits bleiben riesige Flächen frei von Bebauung und haben auch mittelfristig keine Perspektive auf angemessene Nutzung. Vor diesem Hintergrund ist es eine erfolgversprechende politische Strategie, "Funktionsinseln" zu schaffen und diese räumlich, gedanklich sowie personell interdisziplinär zu vernetzen. Landschaft - Eine gute Möglichkeit zukünftiger Entwicklung ist die Verknüpfung von Stadt und Landschaft. Die Renaturierung des Kappelbachs wird somit wichtig als strukturelles Element als auch für die Steigerung der Lebensqualität. Als konsequente Fortführung diese Gedankens entstand das Konzept der "Grünen Fassade", die das neue Gebäude zu einer Seite repräsentiert und als umlaufender "Grüner Vorhang" den fehlenden Zusammenhang des Areals herstellt. Die Zugangsebene bleibt dabei völlig frei und ermöglicht Durchlässigkeit und Offenheit. Architektur - Die lebhafte Vegetation vor der Fassade, die sich im Laufe der Jahreszeiten verändert, bildet den optischen Übergang zum abwechslungsreichen Naturstein des Poelzig- Baus. Die kraftvolle Geste des Altbaus mit seiner Monumentalität wird durch Fortführung der starken horizontalen Linien mit weit auskragenden Deckenscheiben aufgenommen. Umlaufende Fensterbänder unterstreichen diese Gliederung. Offene Grundrisse mit einem kompakten Funktionskern ermöglichen größtmögliche Funktionalität für verschiedene Nutzer. Energie - Im Sinne des ressourcensparenden Bauens werden alle Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung sowie -einsparung genutzt. So kommen natürliche Belichtung, natürliche Be- und Entlüftung, Photovoltaik, Betonkernaktivierung sowie Regenwassernutzung zum Einsatz. |
